Wärmeleitplanung für den MPI Göttingen Campus am Faßberg

Entwicklung und Bewertung von Konzepten für die künftige Wärme-, Kälte- und Dampfversorgung des MPI-Campus am Faßberg

Zeitraum:
10/2024 – 05/2026

Wärme, Kälte und Dampf gemeinsam planen

Low-Exergy-Netz bei ausgeglichenem Wärme- und Kältebedarf auf dem MPI Göttingen Campus

EA Systems unterstützte die Rücken & Partner Ingenieure GmbH bei der Wärmeleitplanung für den MPI Göttingen Campus am Faßberg. Der Campus umfasst 16 Gebäude, die überwiegend über zentrale Verteilnetze mit Wärme, Kälte und Dampf versorgt werden. Die bestehende Versorgung basiert vorwiegend auf Erdgas und soll schrittweise auf eine möglichst CO₂-freie Energieversorgung umgestellt werden.

Zu Beginn wurden die vorhandene Anlagentechnik bei Begehungen erfasst und die Gebäudeschnittstellen zur zentralen Energieversorgung aufbereitet. Aus der Bestandsanalyse ergaben sich technische Randbedingungen für die weitere Konzeption, darunter die bevorzugte dezentrale Dampferzeugung und die Weiternutzung vorhandener Rohrleitungswege.

Gebäudescharfe Lastprofile als Planungsgrundlage

Auf Basis vorhandener Messdaten wurden für die einzelnen Gebäude stündliche Lastkurven für Wärme und Kälte erstellt. Damit konnten Gleichzeitigkeiten, Lastspitzen und saisonale Verschiebungen berücksichtigt und die untersuchten Versorgungskonzepte auf einer gemeinsamen Datengrundlage verglichen werden.

Untersuchte Versorgungskonzepte

Für die künftige Versorgung wurden vier Varianten entwickelt:

  • Drei Wärmepumpenkonzepte mit Nutzung vorhandener Abwärme
    • Unterschiedliche Aufteilungen zwischen zentraler und dezentraler Anlagentechnik
    • Verschiedene Temperaturniveaus für die Wärme- und Kältenetze
    • Vollständige Umstellung auf ein Low-Exergy-Netz mit gleitenden Temperaturniveaus
  • Wasserstoff als vierte Vergleichsvariante

Die Wärmepumpenkonzepte unterscheiden sich in der Verteilung der zentralen und dezentralen Technik sowie in den Temperaturniveaus der Netze. Das Low-Exergy-Konzept nutzt den zeitlichen Ausgleich zwischen Wärme- und Kältebedarf, um Abwärme innerhalb des Campus für die Wärmeversorgung verfügbar zu machen.

Varianten bewerten und Umsetzung vorbereiten

Die Varianten wurden anhand energetischer und wirtschaftlicher Kennzahlen sowie ihrer technischen Umsetzbarkeit verglichen. In die wirtschaftliche Bewertung flossen Investitions-, Betriebs- und erwartete CO₂-Kosten ein. Auf dieser Grundlage wurden Vorzugsvarianten und mögliche Umbaupfade für den laufenden Campusbetrieb abgeleitet sowie Maßnahmenpläne für die weitere Umsetzung entwickelt.

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Bestandsaufnahme der Wärme-, Kälte- und Dampfversorgung
  • Aufbereitung der Gebäudeschnittstellen zur zentralen Energieversorgung
  • Erstellung gebäudescharfer, stündlicher Lastkurven für Wärme und Kälte
  • Entwicklung regenerativer Versorgungskonzepte
  • Energetischer und wirtschaftlicher Variantenvergleich
  • Bewertung der technischen Umsetzbarkeit
  • Entwicklung von Maßnahmen- und Umbauplänen

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